Von einem historischen Tag wird heute, 30. Juni 2017, in der Medienlandschaft gesprochen und geschrieben. Der politisch-mediale Komplex feiert unisono die „Ehe für alle“. Gegner des bisherigen Ehe-Verständnisses werden dagegen als „homophob“ angeprangert. Auch das Gelsenkirchener Politik-Establishment begrüßt „Ehe für alle“. Die Propaganda-Postille WAZ veröffentlichte vor der Abstimmung Äußerungen von Gelsenkirchener Parteivertretern, die sich mehrheitlich für die „Ehe für alle“ aussprachen.

„Die ist sie wieder, die Lückenpresse“, erinnert Ratsmitglied Kevin Hauer augenzwinkernd an das selektive Vorgehen der WAZ, Vertreter der Fraktion „Pro Deutschland“ gar nicht erst zum Thema zu befragen. „Das wundert einen aber nicht, denn wir hätten ja das Konzept „Ehe für alle“ auch überdeutlichst kritisiert“, befindet das Ratsmitglied und macht klar, was seine Fraktion von dem heute gefaßten Bundestagbeschluß hält: „Wir lehnen die Ehe für alle rundum ab. Für uns ist die Ehe Mann und Frau vorbehalten. Das heißt nicht, daß wir gleichgeschlechtliche Partnerschaften ablehnen, aber Leitmotiv unserer Gesellschaft muß die Ehe von Mann und Frau sein, wie das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2012 noch klar bestätigt hat. Deshalb begrüßen wir die Normenkontrollklage, die einige Abgeordnete bereits ankündigten! Es ist ein Unding, daß der Mini-Metternich Maas behauptet, für so eine Entscheidung sei keine Grundgesetzänderung nötig.“

Für den Familienvater Hauer ist das Konzept „Ehe für alle“ erst der Anfang. „Wir mußten heute hören, daß von den Befürwortern die Gleichmacherei weiterhin forciert werden soll. Wohin soll das führen? Wenn SPD-Vertreter sagen, die Ehe sei nicht unbedingt ein Konzept für Mann und Frau, mit was muß man noch rechnen? Kinderehen? Ehen mit mehreren Frauen oder mit mehreren Männern?“

Laut WAZ wurden in Gelsenkirchen seit dem 1. August 2001 302 eingetragene Lebenspartnerschaften geschlossen, 27 waren es im Jahr 2016, in diesem Jahr bislang acht. „Das hört sich nicht nach viel an, aber der heutige Bundestagsbeschluß öffnet Tür und Tor allen möglichen Sonderkonzepten. Aber ein Staat lebt von Generationenverträgen und Nachwuchs können nun einmal nur Mann und Frau bekommen“.

Das Ratsmitglied Hauer kritisiert beim heutigen Beschluß vor allem die CDU und ihre Parteivorsitzende Merkel, die selbst auch noch gegen die Ehe für alle stimmte. Trotzdem mehrere CDU-Parteitage sich eindeutig und mit großer Mehrheit zum althergebrachten Ehe-Konzept bekannten, fühlte sich die CDU nicht an diese Parteitagsvoten gebunden und die Kanzlerin machte die Abstimmung heute kurzfristig möglich. „Auch das ist ein Unding! Eine Parteivorsitzende, die sich nicht an die Voten der Parteitage gebunden fühlt, ist untragbar. Das hätte es bei anderen Kanzlern nicht gegeben. Und das offenbar nur, um möglichst zahlreiche Koalitionsoptionen nach der Bundestagswahl zu haben. Das könnte man schon als politische Prostitution bezeichnen“, schließt Hauer mit seiner Kritik.